2019 Präventionsaktion gegen Essstörungen am Gymnasium Trossingen

 Prävention

Zu Hause soll sie das liebe Töchterchen spielen, die Jungs wollen nichts von ihr wissen und niemand schenkt ihr die gesuchte Aufmerksamkeit: „Mein Leben ist zum Kotzen“, findet Lena – und das tut sie dann auch nach den regelmäßigen Fressattacken. Und ihre Freundin Shirin? Die ist sportlich, in der Schule erfolgreich und sieht gut aus. „Nur mit dem Abnehmen klappt es nicht richtig, nur noch zwei Kilo müssen runter“, meint sie. Dabei wiegt sie nur noch 45 Kilo und verschenkt regelmäßig ihr Pausenbrot. Lena und Shirin – das sind die zwei Hauptfiguren in dem Theaterstück „Püppchen“, das derzeit an vielen weiterführenden Schulen im Landkreis Tuttlingen aufgeführt wird. Nun ist die gemeinsame Präventionskampagne von AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg und der Kommunalen Gesundheitskonferenz gegen Essstörungen auch zu den 7.-Klässlern an das Gymnasium Trossingen gekommen, um über Bulimie, Magersucht und Esssucht aufzuklären.

„Gesundheitskompetenz stärkt die Schülerinnen und Schüler“, sagt Präventionsbeauftragte Nasrin Moussavi-Wäschle, die „Püppchen“ gemeinsam mit der Schulsozialarbeiterin Magda Liss ans Gymnasium geholt hat. „Selbstvertrauen und ein realistisches Körperbild sind die besten Schutzfaktoren gegen Störungen beim Essverhalten.“ Genau darum geht es auch den beiden Schauspielerinnen: „Eine große Rolle spielt der Umgang untereinander. Oft sagt man unüberlegt Dinge, die den anderen verletzen und sein Selbstbild beschädigen können“, so Monika Wieder, die das selbst geschriebene Stück zusammen mit Miriam Umhauer aufgeführt hat. Besonders in den nachbereitenden Klassendiskussionen wird der angemessene Umgang miteinander thematisiert.

Laut AOK sind über 350 Personen aus dem Landkreis wegen einer Essstörung in ärztlicher oder psychologischer Behandlung. Hinzu komme noch eine hohe Dunkelziffer. Dirk Scherer, Präventionsexperte im AOK-Gesundheitszentrum Tuttlingen, leitet das Projekt auf AOK-Seite: „Wir möchten die Kinder und Jugendlichen für völlig falsche Körperbilder aus Gesellschaft, Medien oder dem Freundeskreis sensibilisieren. Die Schüler sollen außerdem erfahren, dass man sich für seine Probleme Hilfe holen kann.“

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