Schulfest

Ein Bericht von Mai Saito (Dokuteam)

Die letzte Schulwoche hat es in sich: Ausflugstag, Zeugnisvergabe, Sommerferien. Ein weiteres Event schlich sich dieses Jahr in jene aufregende Woche: das Schulfest des Gymnasiums Trossingen.

Um 16 Uhr ging das Fest los, aber die Schüler und Lehrer waren bereits um einiges früher beschäftigt. Der Unterricht fand bis zur dritten Stunde statt, anschließend lautete die Devise: Aufbauen. Bis in den Mittag hinein bauten die Schüler Tische auf, bereiteten ihre Stände vor und waren gespannt auf ein aufregendes Fest. „Die Schüler waren aufgeregt – kaum zu bändigen!“, kommentierte eine Lehrerin.

Man möchte erwarten, dass zu Anfang eines solchen Festes das Gelände einer leeren, verschlafenen Wüste gleicht. Auf dem Schulfest, das in dieser Form zum ersten Mal stattfand, sah es anders aus: Durch den Aufbau bedingt waren bereits in den ersten Minuten des Schulfests zahlreiche Schüler unterwegs, aber auch Lehrer, Eltern und Ehemalige tummelten sich zur frühen Stunde auf dem Schulgelände.

Das Angebot und die Stände der Klassen waren vielseitig: Ein Parcours bot den Besuchern Bewegung, beim Flohmarkt konnten Spiele, Bücher, aber auch beispielsweise Lampenschirme erworben werden oder man konnte sein Wurftalent beim Dosenwerfen beweisen. Wer weiterbilden wollte, besuchte die Ausstellung der Welttage. Für das leibliche Wohl war ebenfalls ausreichend gesorgt: Von Kuchen, Obstspießen bis hin zu Schaschlik war alles dabei. Dabei gab es eine Besonderheit: Im Vorfeld waren die Besucher gebeten worden, ihr eigenes Geschirr und Besteck mitzubringen. Wieso? Ganz einfach: Weil das deutlich nachhaltiger ist als Plastikteller und Co.

 

Nachhaltigkeit – besonders für die Schüler ein wichtiges Thema

Nachhaltigkeit war ein zentrales Thema bei diesem Schulfest. Die Politikmentoren der Mittel- und Oberstufe setzten sich für Mülltrennung und Müllvermeidung ein, sowie für die Sensibilisierung der Besucher mittels Flyern zum Thema Nachhaltigkeit. Wer kein Besteck dabei hatte, konnte es sich ausleihen. Papierverschwendung, z.B. durch übermäßige Plakatierung der Stände, wurde vermieden.
Auf der Open-Air-Bühne honorierten die Mentoren das Engagement der Schulgemeinschaft, indem Preise für Nachhaltigkeit verliehen wurden. Sieger war der Stand der Klasse 7c, der selbstgemachtes Bio-Eis verkaufte.

Die zentral platzierte Open-Air-Bühne wurde insbesondere für musikalische Beiträge genutzt: Die Bläserklassen der Unterstufe waren mit volkstümlichen Liedern, Latin, Filmmusik und Co. vertreten. Verschiedene Bandformationen unterhielten das Publikum mit anderen Musikrichtungen wie Pop und Jazz, so beispielsweise die diesjährige Abi-Band, die Pop-Band „Astros“, ein Gesangsduo, ein neu gebildetes Jazz-Quintett, das sogar eigene Songs präsentierte, sowie ein Schlagzeug-Duo mit packenden Rhythmen.

Für Überraschungen war das Schulfest ebenfalls gut: Angekündigt als „Top Secret“-Einlage präsentierten die Sport-Klassen der Fünft- bis Achtklässler eine unerwartete Tanzeinlage. Ganz im Sinne eines Flashmobs fand diese Hip-Hop-Performance nicht klassisch auf der Bühne statt. Viel mehr erhoben sich rund fünfzig Schülerinnen wie aus dem Nichts zwischen den Biertischgarbituren und bereiteten dem Publikum ein schwungvolles abendliches Tanz-Spektakel.

Da die diesjährige obligatorische Vollversammlung zum Schuljahresende ausfällt, verabschiedete sich die SMV von vier Lehrern und drei Referendaren. Neben einem Merci und einer Rose schmeichelten die Schüler die verabschiedeten Lehrer mit kurzen Reden, die Anekdoten und die Eigenheiten der Lehrer aufgriffen und nicht nur die betroffenen Lehrern zum Schmunzeln brachten.

 

Das Schulfest ist kein Selbstläufer

Ein solches Event auf die Beine zu stellen, ist aber keine einfache Angelegenheit: Einige Lehrer taten sich zu einer Arbeitsgruppe zusammen und nahmen die Mission „Organisation Schulfest“ in Angriff. „Der Aufwand war groß“, waren die Worte der verantwortlichen Lehrer, „aber jeder im Team hat seinen Beitrag geleistet“. Da ein solches Schulfest in dieser Art ein Novum war – das letzte große Fest hatte es zum 125-jährigen Jubiläum 2014 gegeben –, war die Organisation mit vielen unbekannten Herausforderungen verbunden. Aber bereits beim gemeinsamen Aufbau seitens der Schüler, Lehrer, Eltern und des Hausmeisters zeigte sich das Gemeinschaftsgefühl – innerhalb kürzester Zeit waren dank vieler helfenden Hände die Sitzgarnituren aufgebaut. Im Laufe des Schulfestes zeigte sich dieses Gemeinschaftsgefühl deutlich: In Gemeinschaft zu feiern – das entspräche ihrem Wunsch; gemäß des Leitbilds „Schule gemeinsam gestalten“. Schüler und Lehrer, Eltern, Ehemalige und die Abiturienten fanden sich bei diesem Event zusammen und feierten zusammen. Die Resonanz war durchweg positiv; die Sommerhitze von ca. 30°C tat der guten Laune keinen Abbruch.

Jedes fröhliche Beisammensein findet irgendwann sein Ende: In der Abenddämmerung gingen die Wege der Besucher auseinander. Ob es nächstes Jahr auch ein solches Schulfest geben wird? So etwas – Organisation und Atmosphäre – geht vom Aufwand her nicht jedes Jahr. Aber es wird auch sicherlich nicht das letzte Fest dieser Art gewesen sein.

 

Interview mit dem Organisationsteam

Wie groß war der Aufwand?
Die Organisatoren sind sich einig: Der Aufwand war groß. Das lag nicht zuletzt daran, dass ein solches Schulfest für die Organisatoren Neuland war. Dadurch ergaben sich auch zahlreiche unbekannte Variablen: Mit wie vielen Personen kann man bei solch einem Fest rechnen? Wie viel Essen muss man einkalkulieren? Aber alle Personen hätten einen Beitrag zum Gelingen des Schulfestes geleistet.Aus der Lehrerperspektive: Wie waren die Schüler im Vorfeld gelaunt?

Die Schüler seien gespannt gewesen, aber jeder war dabei: Beim Aufbau, bei der Organisation und generell der Gestaltung des Schulfestes.
Was war die Intention dahinter?
Das Schlagwort: Gemeinschaft. Gemeinschaft solle nicht nur durch Lernen erreicht werden, sondern auch durch das bewusste Rauskommen aus dem Schulalltag. Dadurch solle das Gemeinschaftsgefühl gestärkt werden: Die Schulgemeinschaft trifft sich, aber auch Ehemalige oder Abiturienten nutzen die Gelegenheit zum fröhlichen Beisammensein.
Entspricht dieses Fest Ihren Erwartungen?
Erwartungen? – Konkrete Erwartungen hatten die Organisatoren nicht. Schließlich war die Organisation eines solch großen Festes Neuland für sie gewesen; ein solches Schulfest ist in der bisherigen Schullaufbahn einmalig. Dennoch: Die Besucher und Beteiligten scheinen alle „super happy“ zu sein; auch die Organisatoren selbst seien froh über den Verlauf des Schulfestes.

Organisationsteam: Benjamin Bix, Isabel Meier-Lang, Mareike Pfeuffer, Christian Brand, Caroline Weber, Michael Vliex, Thomas Herrmann, Julia Flügel

 

Impressionen

Besucherstatistik Heute 0 Woche 292 Monat 3138 Ingesamt 665182

 

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