Bildungsplan 2016

Im Rahmen der Bildungsplanreform 2016 sind drei neue Bildungspläne erarbeitet worden: Der Bildungsplan für die Grundschule, der gemeinsame Bildungsplan für die Sekundarstufe I und der Bildungsplan für das allgemein bildende Gymnasium.

Am Gymnasium Trossingen werden ab dem Schuljahr 2016/2017 die neuen Klassen (ab 5) nach diesem Bildungsplan unterrichtet. Hier geht's zum Bildungsplan 2016.

Wesentliche Neuerungen sind:

  • Der gemeinsame Bildungsplan für die Sekundarstufe I, der abschlussbezogen und nicht mehr schulartspezifisch formuliert ist und vielfältige Lernwege eröffnet;
  • Verbesserte Durchlässigkeit zwischen den vorhandenen Schularten innerhalb des Bildungssystems Baden-Württembergs;
  • die spiralcurriculare und fächerübergreifende Verankerung von sechs Leitperspektiven;
  • die durchgängige Unterscheidung in prozessbezogene Kompetenzen und Standards für inhaltsbezogene Kompetenzen;
  • die Präsentation des Bildungsplans auf einer Online-Plattform mit einem umfangreichen Verweissystem und einem wachsenden Angebot an Hinweisen auf Umsetzungshilfen.

Alle Bildungspläne sind kompetenzorientiert angelegt und definieren, was Schülerinnen und Schüler zu einem bestimmten Zeitpunkt können müssen. Die neuen Bildungspläne entwickeln das Konzept der Kompetenzorientierung der baden-württembergischen Bildungspläne aus dem Jahr 2004 weiter und sind mit den aktuellen Standards der Kultusministerkonferenz abgestimmt.

Der Bildungsplan für das allgemein bildende Gymnasium beschreibt einen achtjährigen Bildungsgang bis zum Abitur. Das erweiterte Niveau des gemeinsamen Bildungsplans der Sekundarstufe I mit dem Oberstufenplan der Gemeinschaftsschule und der Bildungsplan für das allgemein bildende Gymnasium sind anforderungsgleich.

Neu am Bildungsplan 2016 ist zudem die Ausweisung von sechs Leitperspektiven, in denen Fähigkeitsbereiche angesprochen werden, die nicht einem einzigen Fach zugeordnet, sondern übergreifend in verschiedenen Fächern entwickelt werden sollen. Eine Beschreibung der sechs Leitperspektiven mit zugehörigen prägnanten Zusammenfassungen wesentlicher Aspekte findet sich in diesem Abschnitt. Die Leitperspektiven sind zum einen in Kompetenzbeschreibungen eingearbeitet, zum anderen wird zusätzlich auf die einzelnen Leitperspektiven da verwiesen, wo sich bei einem inhaltsbezogenen Standard ein konkreter Bezug auf die Einbindung der jeweiligen Leitperspektive herstellen lässt. Solche Verweise sind mit dem Icon L dargestellt.

Die Struktur der einzelnen Fachpläne ist identisch und umfasst Leitgedanken, prozessbezogene Kompetenzen sowie Standards für inhaltsbezogene Kompetenzen. Darüber hinaus werden in einem Anhang u.a. die Operatoren (in den Bildungsplänen der weiterführenden Schulen) und Erläuterungen zu Besonderheiten des jeweiligen Fachplans aufgeführt.

Die prozessbezogenen Kompetenzen beschreiben die allgemeinen Bildungsziele der Fächer und stellen die individuelle Kompetenzentwicklung des Kindes und Jugendlichen, also den gesamten Bildungsprozess in den Mittelpunkt. Hierbei werden beispielsweise auch personale und soziale Aspekte des Kompetenzbegriffs in den Blick genommen. Die prozessbezogenen Kompetenzen sind nicht an einzelne Inhalte gebunden und zeigen auf, welche übergeordneten Kompetenzen für ein Fach in der Regel am Ende des jeweiligen Bildungsganges vorhanden sind, also am Ende der Grundschule, beim Hauptschul- bzw. Werkrealschulabschluss, beim Mittleren Bildungsabschluss der Realschule oder beim Abitur.

Die Standards für inhaltsbezogene Kompetenzen zeigen die Kompetenzentwicklung an einzelnen Bildungsabschnitten (beispielsweise nach den Klassen 1/2 oder 5/6) und konkreten Inhalten auf. Die Inhalte sind gegenüber dem Bildungsplan 2004 deutlich präzisiert worden. Die Standards für inhaltsbezogene Kompetenzen sind Ergebnis orientiert, legen das Können und Wissen – und dabei auch die Inhalte – fest, die zu einem bestimmten Zeitpunkt von den Schülerinnen und Schülern nachzuweisen sind und damit auch einer Überprüfung zugänglich gemacht werden können.

Im gemeinsamen Bildungsplan der Sekundarstufe I sind die Standards für inhaltsbezogene Kompetenzen in drei Niveaustufen ausdifferenziert. G-, M- und E-Niveau sind durch verschiedene Unterscheidungsmerkmale ausgewiesen, beispielsweise durch Zunahme an Inhalten, komplexere Inhalte oder Steigerung des Grades an Abstraktion. Eine weitere Möglichkeit zur Darstellung der Niveauunterschiede ist die Verwendung der Operatoren.

Operatoren dienen der Beschreibung von Leistungen, die von Schülerinnen und Schülern erwartet werden. Dies erfolgt durch „handlungsleitende” Verben wie beispielsweise „nennen”, „darstellen”, „erläutern”. Die Operatoren sind stets an Inhalte gebunden, da Kompetenzen nur an Inhalten erworben und nachgewiesen werden können. In der Operatorenliste im Anhang jedes Faches werden die in den Standards verwendeten Verben detailliert beschrieben. Dort wird auch erläutert, auf welche Weise die Anforderungen der Standards erfüllt werden. Indem diese Tätigkeiten in Aufgabenstellungen übertragen werden, zeigen die Operatoren zudem, wie die Standards evaluiert werden können. In der Regel werden die Operatoren nach drei, in der Komplexität zunehmenden Anforderungsbereichen (Reproduktion, Reorganisation, Reflexion/Transfer) gegliedert. Eine Zuordnung zu nur einem Anforderungsbereich ist jedoch nicht immer möglich. In der Grundschule werden keine Operatoren verwendet. Das ist auf die spezifische Lernentwicklung und die individuelle Kompetenzentwicklung von Grundschulkindern zurückzuführen.

Neben den bereits beschriebenen Verweisen auf die Leitperspektiven enthalten die Bildungspläne weitere Verweise mit entsprechenden Icons. Dies sind Verweise bei den Standards für inhaltsbezogene Kompetenzen auf die prozessbezogenen Kompetenzen (P), auf andere Standards für inhaltsbezogene Kompetenzen desselben Fachplans (I) sowie auf andere Fächer (F). Im Bildungsplan der Grundschule finden sich darüber hinaus Verweise auf den „Orientierungsplan für Bildung und Erziehung in baden-württembergischen Kindergärten und weiteren Kindertageseinrichtungen”, gekennzeichnet mit dem Icon O.