2014 - Chinesische Schüler zu Gast in Trossingen

Chinaaustausch

China wird für Deutschland immer wichtiger. Dem trägt auch das Gymnasium Trossingen Rechnung. Schon zum vierten Mal hat es Schüler einer weiterführenden chinesischen Schule zu Gast, in dieser Woche zum zweiten Mal aus der Millionenstadt Hangzhou.

Die 29 Schüler und drei Lehrkräfte der „Mittelschule Nr. 4" aus Hangzhou rund 200 Kilometer südlich von Shanghai waren am Montag, 7. Juli am Rhein-Main-Airport in Frankfurt angekommen und fuhren mit dem Bus nach Trossingen, wo sie zunächst in den Gastfamilien ihrer Trossinger Austauschschüler unterkamen.

Trotz der Reisestrapazen gab es gleich eine kompetente Führung (Herrren Häffner und Fink) durch das Hohner-Areal und die Trossinger Museumswelt. Am Dienstag, 8. Juli wurden sie im Großen Sitzungssaal des Rathauses von Bürgermeister Dr. Clemens Maier begrüßt. Der Trossinger Schultes ließ sich von dem Gegensatz schierer Einwohnerzahlen nicht beirren: Mit seinen 15 000 Bürgern sei Trossingen durchaus eine nicht nur lebenswerte, sondern auch der Selbstverwaltung fähige Stadt, in der alle wichtigen Einrichtungen von Kindergärten und Bildungseinrichtungen bis zur sozialen und technischen Infrastruktur vorhanden seien. Der Bürgermeister legte Wert darauf, die Strukturen der kommunalen Selbstverwaltung und der demokratischen Verfassung dieses Landes deutlich zu machen: Hier werde „von unten nach oben" entschieden und nicht etwa umgekehrt. Und er bemerkte mit Genugtuung, dass sich der begleitende Dolmetscher bei der Übersetzung reichlich Zeit nehmen musste.

Die internationalen Kontakte durch Schüleraustausche nannte der Bürgermeister einen Gewinn für beide Seiten, wodurch viele neue Chancen eröffnet würden. Auch Peter Armbruster hob seitens des Lehrerkollegiums des Gymnasiums die Bedeutung einer solchen Horizonterweiterung hervor. Und einer der chinesischen Lehrer, die dem Trossinger Stadtoberhaupt als Gastgeschenk eine prächtige Majolikavase überreichten, ging noch einen Schritt weiter:

Wir alle seien schließlich Bewohner ein und derselben Erde.

Bürgermeister Dr. Maier vergaß natürlich nicht, auf Trossinger Besonderheiten wie die Saurier, die Alamannen-Leier und die Mundharmonika hinzuweisen. Auch für die chinesischen Schüler gab es ein Gastgeschenk – die Trossinger „Little Lady". Und auf der spielte der Bürgermeister wie stets bei solchen Gelegenheiten sein „Oh Susannah".

Teilnahme am Unterricht im Gymnasium, ein Grillfest mit den Gastgeber-Familien, eine Fahrt nach Stuttgart und an den Bodensee standen auf dem weiteren Programm der Gastschüler, die am Freitag, 11. Juli wieder abreisten.

Der Gegenbesuch, der von den Trossinger Lehrern Otto Schmidt (Deutsch, Gemeinschaftskunde) und Peter Armbruster (Englisch, Geographie) organisiert und betreut wird, findet im Herbst 2014 statt. Sie führen dann eine Delegation von 24 Trossinger Gymnasiasten in den Südosten Chinas. Dort werden sie eine Woche in Gastfamilien wohnen und sich anschließend auf eine Ostchina-Rundreise begeben.